"Eins mit der Natur sein, heißt Eins mit dem Jetzt zu sein.“

Eckhart Tolle

Zentrum Zeitenwandel - Runder Pavillon

Zurück zu meinen Wurzeln der Landwirftschaft mit der Sonderkultur Safrananbau

Runder Pavillon

Zurück zu den Wurzeln: Meine Vorfahren – mütterlicherseits wie väterlicherseits – kamen aus der Landwirtschaft. So waren wir schon als kleine Kind mit auf dem Acker. Dort spielten wir mit meinen Vettern und meinen Basen: mit allen möglichen Naturmaterialien, bauten kleine unterschlüpfe, kochten imaginäre Gerichte – immer mit viel Fantasie. Es war eine Kindheit, die mich tief mit den Elementen verband. Immer bereit, etwas Neues zu entdecken.

Die Gemeinschaft prägte damals das Leben: Alle unterstützte sich gegenseitig, und selbst eine mündliche Vereinbarung galt als verbindlich. Heute wirkt vieles anders. Für manches braucht es Verträge, Regeln, Nachweise – und zwischen „wir“ und „ich“ verschiebt sich spürbar etwas. Es gibt weniger echte Verbundenheit, Menschen isolieren sich, und dadurch verarmt das Miteinander. Die Zeit bei meinem Onkel auf dem Bauernhof war für mich etwas Besonderes: das Gefühl, an etwas größerem Lebendigen mitzuwirken. Gemeinsam gingen wir über den Acker, die Wiesen – je nach Jahreszeit säen, pflegen, ernten. Und was damals wie selbstverständlich begann, ist heute zu einem Teil von mir geworden. Heute habe ich mir dieses Wohlgefühl wieder in mein Leben geholt – mit Safran-, Lichtwurzel-, Lavendelanbau und die Pflege meiner Obstbaumwiesen.

Seit einigen Jahren baue ich Safran als Sonderkultur in der gärtnerischen Urproduktion an. Es ist eine Kultur, die viel Geduld fordert und zugleich jedes Jahr aufs Neue begeistert: Safran ist nicht einfach „nur“ Landwirtschaft – er ist Handwerk, Aufmerksamkeit und ein kleines Versprechen an die Zeit. Gerade weil der Klimawandel die Bedingungen verändert, fühlt sich diese Sonderkultur bei uns zunehmend wohler. Doch wohlfühlen heißt nicht, dass es leicht ist. Im Gegenteil: Safrananbau ist arbeitsintensiv. Pflege, Handarbeit, sorgfältiges Beobachten – alles entsteht Schritt für Schritt, in vielen zeitintensiven Tätigkeiten, die nicht übersehen werden dürfen.

Damit alles seinen Platz findet, steht ein runder Pavillon auf meinem Safranhof. Er dient als Trocknungsstätte für die Ernteerzeugnisse und zugleich als Aufbewahrungsraum für die Trocknungskörbe und Erntekisten. Nachdem der Safran geerntet und getrocknet ist, beginnt der nächste Schritt: die Vermarktung. Diese erfolgt nicht nur mit dem fertigen Produkt, sondern auch über Vorträge und Besichtigungen des Anbaus und der gesamten Trocknungsverfahren des Safrans und den Safranblütenblättern. Ich öffne damit Einblicke in den Weg vom Feld bis zur Trocknung – und in die sorgfältige Arbeit mit den Safranfäden sowie den Blütenblättern. So ist nicht nur den Safran zu erleben, sondern auch seine Entstehung verstehen und mit allen Sinnen nachvollziehen. Bei diesen Hofführungen erhalten die Teilnehmenden außerdem eine kleine Kostprobe und Anregungen, wo und wie Safran überall zu verwenden ist.

So wird aus Ackerarbeit ein Kreislauf aus Natur, Handarbeit und Sorgfalt – und aus meinem ursprünglichen Wohlgefühl von damals ein lebendiger Teil meines heutigen Lebens. Für all diese Arbeit und für das gute Gefühl, das die Natur mir jeden Tag zurückgibt, bin ich sehr dankbar.